Nur jeder fünfte sozialversicherungspflichtig Beschäftigte in Deutschland nutzt Künstliche Intelligenz am Arbeitsplatz regelmäßig. Das zeigt eine Auswertung der zweiten Befragungswelle zur Verbreitung und den Auswirkungen von Digitalisierung und Wandel der Beschäftigung aus dem Jahr 2024. Zwar haben rund 64 Prozent bereits KI eingesetzt, die meisten davon jedoch nur gelegentlich.
Häufigkeit und Initiativen
Die Studie stellt außerdem fest, dass die Mehrzahl der Beschäftigten, die KI verwenden, dies eigeninitiativ tut. Nach Angaben der Forschenden wurde die wichtigste KI Anwendung nur bei etwa einem Drittel der Nutzenden vom Unternehmen eingeführt. Bei den verbleibenden zwei Dritteln gehen die Arbeiten mit KI auf eigene Initiative zurück.
Genutzte Anwendungen und betriebliche Unterschiede
Die private und informelle Nutzung konzentriert sich dem Bericht zufolge stark auf leicht zugängliche Textanwendungen wie Chatbasierte Systeme und Übersetzungsdienste. Über 80 Prozent der KI Nutzenden verwenden solche Werkzeuge. Formell vom Arbeitgeber eingeführte Anwendungen umfassen häufiger komplexere oder kostenintensivere Technologien wie diagnostische Tools sowie Anwendungen zur Sprach oder Bildverarbeitung.
Beschäftigte berichten laut den Forschenden, dass eine betriebliche Einführung von KI mit höherer Nutzungshäufigkeit, mehr Weiterbildungsangeboten, einer stärkeren Einbindung von KI basierter Aufsicht und mit höheren Produktivitätsgewinnen verbunden ist. Oliver Schlenker, stellvertretender Leiter des Ludwig Erhard ifo Zentrums für Soziale Marktwirtschaft, weist darauf hin, dass die betriebliche Implementierung diese Effekte begünstigen könne.
Datenbasis und methodische Einschränkungen
Die Ergebnisse beruhen auf Auswertungen der DiWaBe 2.0 Befragung von 2024, die das ifo Institut gemeinsam mit dem Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung, dem Institut für Arbeitsmarkt und Berufsforschung, dem Bundesinstitut für Berufsbildung und der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin durchgeführt hat. Die Umfrage umfasst rund 9 800 Interviews und ist repräsentativ für die sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in Deutschland.
Die Autorinnen und Autoren betonen, dass die dargestellten Zusammenhänge Korrelationen zeigen und keine kausalen Effekte nachweisen. Konkrete Wirkungszusammenhänge zum Beispiel zwischen betrieblicher Einführung von KI und Produktivitätsgewinnen bleiben daher offen und bedürfen weiterer Untersuchung.
Quelle anzeigen

