Donnerstag, 12.02.2026

Mehr als 90 Liter pro Kopf: Produktion zuckerhaltiger Getränke in Deutschland 2024 bleibt hoch

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Die deutsche Getränkeindustrie hat 2024 weiterhin große Mengen zuckerhaltiger Erfrischungsgetränke produziert. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes entfielen auf zuckerhaltige Cola, Limonaden und andere Erfrischungsgetränke 7,7 Milliarden Liter, das sind knapp 93 Liter pro Kopf.

Produktionszahlen im Überblick

Die Gesamtproduktion zuckerhaltiger Erfrischungsgetränke blieb gegenüber dem Vorjahr weitgehend unverändert und sank nur leicht um 0,2 Prozent. Mittelfristig ist die Produktion gegenüber 2019 um 0,7 Prozent gesunken. Im Gegensatz dazu wuchs die Herstellung von kalorienreduzierten Light-Varianten: 2024 wurden 1,5 Milliarden Liter dieser Getränke produziert, das entspricht gut 18 Litern pro Kopf und einem Anstieg von 5,7 Prozent gegenüber 2023. Gegenüber 2019 beträgt das Plus bei Light-Produkten 6,1 Prozent.

Deutlich höher lag die Produktion von Mineral, Tafel- und Heilwasser. Hier wurden 2024 insgesamt 12,7 Milliarden Liter hergestellt, was etwa 152 Litern pro Kopf entspricht. Die Einwohnerzahl, auf deren Basis die Pro-Kopf-Werte berechnet wurden, betrug 83 577 140 Menschen zum 31.12.2024.

Zuckerkonsum und gesundheitliche Folgen

Der durchschnittliche Zuckerverbrauch in Deutschland liegt weiterhin deutlich über den Empfehlungen der Weltgesundheitsorganisation. Nach Schätzungen der Ernährungsorganisation der Vereinten Nationen FAO betrug die Pro-Kopf-Versorgung mit Zucker 2023 knapp 41,2 Kilogramm pro Jahr. Das entspricht rechnerisch etwa 38 Würfelzuckerstücken pro Tag. Die WHO empfiehlt für eine Person mit normalem Gewicht und einem täglichen Bedarf von rund 2000 Kalorien etwa 50 Gramm Zucker am Tag, das sind knapp 17 Würfelzuckerstücke. Weltweit lag der durchschnittliche Verbrauch laut FAO 2023 bei 26,2 Kilogramm pro Person und Jahr.

Hoher Zuckerkonsum wird mit einem erhöhten Risiko für Adipositas, Typ-2-Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen in Verbindung gebracht. Nach WHO-Angaben lebten 2022 in Deutschland 24 Prozent der Erwachsenen und 8 Prozent der Kinder und Jugendlichen im Alter von 5 bis 19 Jahren mit Adipositas. Der Anteil übergewichtiger Erwachsener in Deutschland lag 2022 bei 61 Prozent und hat sich seit 2006 kaum verändert. Bei Kindern und Jugendlichen wurden 25 Prozent als übergewichtig eingestuft. International ist die Häufigkeit von Adipositas seit 1990 stark gestiegen.

Politische Reaktionen und internationale Vergleiche

Um den Zuckerkonsum zu reduzieren, setzen viele Staaten auf fiskalpolitische Maßnahmen. 2024 hatten laut WHO 116 Staaten eine Steuer auf zuckerhaltige Getränke eingeführt. Beispiele dafür sind Frankreich, das Vereinigte Königreich, Polen sowie Länder außerhalb Europas wie Brasilien, Indien, Saudi-Arabien und Südafrika. In Deutschland wird eine solche Steuer weiterhin öffentlich und politisch diskutiert.

Die Produktionsstatistik des Statistischen Bundesamtes bezieht sich auf Betriebe des Verarbeitenden Gewerbes mit 20 und mehr Beschäftigten. Zu den erfassten zuckerhaltigen Erfrischungsgetränken zählen unter anderem Cola und Colamischgetränke, Limonaden, Schorlen, aromatisierte Wässer sowie Vitamin und Energiegetränke. Zu den Light-Produkten zählen kalorienreduzierte Cola- und Limonadenvarianten. Die FAO-Daten zum Zuckerverbrauch umfassen eine weite Bandbreite von Zuckerarten und Sirupen und basieren auf der im Inland verfügbaren Menge zur Verwendung als Nahrungsmittel unter Berücksichtigung von Produktion, Lagerbeständen und Außenhandel.

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